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INTERVIEW

Eberhard Schlömmer ist Diplom Sportwissenschaftler und erfahrener Ausbilder in der Multi Balance Academy welche sich auf die Ausbildung von Schlingen Training spezialisiert hat. Evivi spricht mit dem Geschäftsführer über die Wirkung und Effektivität des TRX Suspension Trainings und ob es hält was es verspricht.



Was genau ist TRX Suspension Training®?

Eberhard Schlömmer: Das TRX Suspension Training oder das Schlingentraining im allgemeinen beschreibt eine enorm effiziente Trainingsform mit einem speziellen Gurt- oder Seilsystem, das mit Schlingen und Griffen ausgestattet ist. „Suspension“ bedeutet frei übersetzt "Aufhängung" oder in der medizinischen Übersetzung "Hängelage und/oder Hochlagerung von Körperteilen". Der Trainierende benutzt die Schlingen und Griffe, indem er sich abstützt oder einhängt. Als Widerstand dient bei dieser Trainingsform ausschließlich das eigene Körpergewicht, das gegen die Schwerkraft arbeitet.

Es hört sich einfach an und scheint auf den ersten Blick simpel. Aber bereits nach den ersten Übungen wird jedem klar, hier passiert deutlich mehr, als man zunächst vermutet! Man spürt sofort, wie der Körper gezielt arbeitet und welch hohes Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Wie mit vielen tollen Dingen im Leben empfehle ich auch hier: Probieren Sie es selbst aus um zu erleben, um was es genau geht.


Woher stammt das TRX Suspension Training oder das Schlingen Training?

Eberhard Schlömmer: TRX stammt aus den USA, der Ursprung des Schlingentrainings stammt jedoch aus Norwegen. Hier wurden in der Physiotherapie vor über 20 Jahren bereits die ersten Versuche unternommen, einen mobilen Schlingentisch zu konstruieren. Die Trainingsform hat sich in wenigen Jahren in der Physiotherpie etabliert. Die Amerikaner habe das Prinzip dann vereinfacht, allen voran TRX Erfinder Randy Hetrick, und daraus einen neuen Trend im Fitnessbereich gemacht.


Wo kann man diese Trainingsform ausprobieren oder testen?

Eberhard Schlömmer: Führende Fitnessstudios bieten Kurse an, die mit einem solchen Schlingengeräten arbeiten. Freizeitsportlern rate ich, dort eine Schnupperstunde zu besuchen. Für Berufssportler, Trainer und Therapeuten empfehle ich, unsere Grundausbildung der Multi Balance Academy zu besuchen. Wir vermitteln das nötige Grundwissen über die Schlingengeräte, unterrichten zahlreiche Übungen und Übungsprogramme, zeigen den Ausbildungsteilnehmern, wie sie das Trainingsgerät mit unterschiedlichsten Patienten-, Kunden- und Zielgruppen effizient, korrekt und erfolgreich nutzen können.


Wie funktioniert das Training und wieso ist es so effizient?

Eberhard Schlömmer: In der Sportwissenschaft spricht man von einem punctum mobile und einem punctum fixum. Das frei hängende Trainingsgerät stellt das punctum mobile dar, in das sich der Trainierende mit ausgewählten Gliedmassen wie Händen, Armen oder Beinen stützt oder hängt. Mindestens eines der anderen Gliedmassen hält dabei Kontakt zum Boden. So fungiert der Trainierende mit seinem Körper als Verbindungsglied zwischen dem Boden (punctum fixum) und dem Trainingsgerät.

Auf Instabilität, welche durch das frei hängende Trainingsgerät und die Übung erzeugt wird, antwortet der Stütz- und Bewegungsapparat immer mir einer Reaktion. So kommt es durch die wahrgenommenen Reize der Instabilität automatisch zu einem sogenannten sensomotorischen Training, dem Zusammenspiel von Sinnessystemen und motorischen Systemen. Dabei kommen die sogenannten lokalen und globalen Stabilisatoren (Muskel-, Sehnen-, Bandapparat) ins Spiel. Ihnen ist es zu verdanken, dass Gelenke in nahezu jeglichen Positionen stabilisiert und Qualität und Präzision von Bewegungen positiv beeinflusst werden.

Der menschliche Körper arbeitet nun als kinematische Kette, d.h. Gelenke, durch Muskelschlingen verbunden, üben gemeinsam Streck-, Beuge-, Rotationsoder statische Bewegungsabläufe aus. Je nach Übung werden verschiedenen Freiheitsgrade eines jeden Gelenkes im dreidimensionalen Raum angesprochen. Dieses einfache und zugleich hoch anspruchsvolle Wirkungsprinzip trainiert hervorragend funktionelle Kraft, Koordination, Gleichgewicht und Beweglichkeit.


Für wen ist es geeignet und kann es jeder ausprobieren?

Eberhard Schlömmer: Ja, das Schlingentraining ist für jeden geeignet, solange es unter professioneller Anleitung stattfindet. Ich habe in meiner siebenjährigen Erfahrung mit dieser Trainingsart mit vielen Patienten, Hochleistungssportlern, Jugendlichen, Senioren und Couchpotatoes gearbeitet. Der große Vorteil ist, dass das Training individuell dosiert werden kann und für jeden einzelnen ein Programm zusammen gestellt werden kann. Meiner Ansicht nach ist das Sling Training aus der der Rehabilitation, Prävention und dem Fitness – und Sportbereich in Zukunft nicht mehr wegzudenken. Die Einsatzgebiete und Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Bei Rücken- und Schulterproblemen sind schnelle Erfolge zu vermerken. Fitness- und Leistungssportler machen nach wenigen Wochen enorme Fortschritt in der Rumpfkraft und -stabilisation. Bei Sportarten wie Golf, Tennis, Eishockey, Fussball, Leichtathletik, Surfen und Schwimmen ist bereits nach wenigen Einheiten eine höhere Bewegungspräzision zu erkennen und die Sportler berichten über eine deutliche Verbesserung ihrer Leistung.


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